Ausbildungskonzept für die Praxisausbildung
Jugendzentrum Heiligenhafen
1. Vorstellung der Einrichtung
1.1 Träger
Träger des Jugendzentrums Heiligenhafen ist die Stadt Heiligenhafen.
Jugendzentrum Heiligenhafen
Friedrich-Ebert-Straße 39
23774 Heiligenhafen
Telefon: 04362 / 3911
E-Mail:
1.2 Personelle Ausstattung
Das Jugendzentrum Heiligenhafen ist mit einer hauptamtlichen sozialpädagogischen Fachkraft (staatlich anerkannter Erzieher) besetzt. Die fachliche Anleitung der Praktikantinnen und Praktikanten erfolgt durch diese qualifizierte Praxisanleitung.
1.3 Lage und Einbindung
Das Jugendzentrum befindet sich im westlichen Stadtgebiet Heiligenhafens. Durch einen baulichen Anbau ist es mit der Mensa der Offenen Ganztagsschule verbunden und steht in enger räumlicher und inhaltlicher Verbindung zur Theodor-Storm-Schule (Grundschule). Dadurch ergeben sich vielfältige Kooperations- und Lernmöglichkeiten im Bereich schulbezogener Jugendarbeit.
1.4 Pädagogisches Konzept
Das Jugendzentrum Heiligenhafen ist ein nicht kommerzieller, freiwilliger Treffpunkt der Offenen Kinder- und Jugendarbeit mit verlässlichen Strukturen. Die Angebote richten sich an Kinder (7–12 Jahre) sowie an Jugendliche (12–18 Jahre) aus Heiligenhafen und dem Umland.
Grundlage der pädagogischen Arbeit ist ein lebenswelt- und sozialraumorientierter Ansatz. Die Kinder und Jugendlichen erhalten Zeit, Raum und Unterstützung, um soziale, demokratische und persönliche Kompetenzen zu entwickeln. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, Konflikte konstruktiv zu lösen sowie ihre Interessen und Bedürfnisse zu artikulieren.
Demokratische Grundwerte wie Toleranz, Mitbestimmung, Verantwortung sowie die Wahrnehmung von Rechten und Pflichten sind zentrale Bestandteile der Arbeit. Die Besucherinnen und Besucher werden aktiv in Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse eingebunden und erleben Selbstwirksamkeit.
Durch die kontinuierliche Präsenz einer pädagogischen Fachkraft steht den Kindern und Jugendlichen eine verlässliche Ansprechperson für persönliche Anliegen, Konflikte und Herausforderungen des Alltags zur Verfügung.
1.5 Gruppengrößen
Die Gruppengröße variiert abhängig vom Angebot und liegt in der Regel zwischen fünf und fünfzig Teilnehmenden.
1.6 Besonderheiten der Einrichtung
Das Jugendzentrum verbindet offene Angebote mit projektorientierter Arbeit. Schwerpunkte liegen u. a. in der Medienpädagogik, kreativen Bildungsangeboten (z. B. Zauberkurse), erlebnispädagogischen Maßnahmen sowie in der Beteiligungsarbeit in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendbeirat.
2. Zielsetzung der Praxisausbildung
Ziel der Praxisausbildung ist es, den Praktikantinnen und Praktikanten einen fundierten Einblick in die Arbeitsfelder der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zu ermöglichen. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, theoretische Inhalte der Fachschulausbildung mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen und ihre berufliche Haltung weiterzuentwickeln.
Die Praxisausbildung dient der Förderung fachlicher, methodischer, sozialer und personaler Kompetenzen im Hinblick auf das Berufsbild der Erzieherin bzw. des Erziehers.
3. Lernfelder der Praxisausbildung
Die Praxisausbildung umfasst insbesondere folgende Lernfelder:
Planung, Vorbereitung und Durchführung offener Angebote
Beziehungsaufbau und Beziehungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen
Beratung und Begleitung bei individuellen Problemlagen
Mitgestaltung gendersensibler Angebote
Animatorische Begleitung im offenen Treff
Mitarbeit bei Projekten und Sonderaktionen
(z. B. Veranstaltungen, Zauber-AG, Medienarbeit, Erlebnispädagogik, Sozialraumerkundung, Mitarbeit im Kinder- und Jugendbeirat)Teilnahme an Teamsitzungen, Vernetzungstreffen und Fortbildungen
Mitwirkung bei Ausflügen und Sonderveranstaltungen
4. Kompetenzorientierte Ausbildungsziele
4.1 Fachkompetenz
Die Praktikantin bzw. der Praktikant soll:
den gesetzlichen und konzeptionellen Auftrag der Offenen Kinder- und Jugendarbeit kennenlernen
Strukturen, Aufgaben und Arbeitsweisen des Jugendzentrums beschreiben können
Bedürfnisse, Interessen und Entwicklungsaufgaben von Kindern und Jugendlichen wahrnehmen und pädagogisch einordnen
Grundlagen der sozialraum- und lebensweltorientierten Jugendarbeit anwenden
Kooperationsstrukturen und Netzwerke der Einrichtung kennenlernen
4.2 Methoden- und Handlungskompetenz
Die Praktikantin bzw. der Praktikant soll:
Methoden der Offenen Kinder- und Jugendarbeit anwenden
ein eigenes Projekt bzw. Angebot planen, durchführen, dokumentieren und reflektieren
pädagogische Situationen analysieren und bewerten
angemessene pädagogische Interventionen entwickeln und umsetzen
professionelle Beziehungen unter Berücksichtigung von Nähe und Distanz gestalten
4.3 Selbst- und Sozialkompetenz
Die Praktikantin bzw. der Praktikant soll:
die eigene Rolle als pädagogische Fachkraft reflektieren
Feedback annehmen und umsetzen
das eigene pädagogische Handeln kritisch hinterfragen
persönliche Stärken und Entwicklungsbedarfe erkennen
eine professionelle berufliche Haltung entwickeln
5. Anforderungen an Praktikantinnen und Praktikanten
Von den Praktikantinnen und Praktikanten wird erwartet:
Interesse an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Motivation, Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein
Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit und Reflexion
Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
Empathie, Offenheit und Kommunikationsfähigkeit
Konfliktfähigkeit und Flexibilität
Einhaltung der Schweigepflicht sowie der Datenschutzbestimmungen
Bereitschaft zur Planung und Durchführung eigener Angebote oder Projekte
6. Kooperationen
Das Jugendzentrum arbeitet mit folgenden Kooperationspartnern zusammen:
Deutscher Kinderschutzbund (DKSB)
Offene Ganztagsschulen und Schulsozialarbeit
Theodor-Storm-Schule (Grundschule)
Warderschule (Gemeinschaftsschule)
Ambulante Teilstationäre Suchtberatung (ATS)
Stadtjugendpflegen im Kreis Ostholstein
Kreis Ostholstein
Stadtjugendring Heiligenhafen
7. Rahmenplan der Arbeitszeiten (Beispiel)
Der Einsatz erfolgt in der Regel im Zeitfenster von 12:00 bis 19:00 Uhr, freitags ggf. bis 22:00 Uhr im Rahmen von Veranstaltungen.
Die genauen Arbeitszeiten orientieren sich am Ausbildungsstand, an schulischen Anforderungen sowie an betrieblichen Erfordernissen und werden flexibel abgestimmt.



